Geschichten krebskranker Kinder

September ist der internationale Kinderkrebsmonat. Also ein Monat, der genutzt werden soll, um das Bewusstsein für Kinderkrebs in der Gesellschaft zu stärken. Zu diesem Anlass haben wir den September 2015 genutzt um die Geschichten einiger krebskranker Kinder auf unserer Facebookseite zu erzählen. Denn jedes einzelne Kind ist es  wert gehört und gesehen zu werden!

Wir möchten, dass diese Geschichten weiterhin gelesen werden können, deshalb veröffentlichen wir ein paar davon nun auch hier auf unserer Website.

 

Louis

Heute (gepostet am 11.09.2015) wird Karl Louis 7 Jahre alt. Wir gratulieren ihm von ganzem HeLouis2rzen und möchten euch die Geschichte dieses tapferen Jungen erzählen. Louis kämpfte von Geburt an sehr erfolgreich gegen Mukoviszidose und zeigte von Anfang an Stärke und Lebenslust. Doch mit 6 Jahren bekam er einen bösartigen Tumor im linken Schulterbereich und musste viele, anstrengende Chemotherapien durchstehen, durch die alle seine Haare ausgingen. Am 1. Dezember 2014 erklärten die Ärzte, dass der bösartige Tumor – ein Osteosarkom – komplett entfernt werden und der Arm vielleicht sogar amputiert werden musste. In folgendem Video erklärt Louis Mutter ihrem Sohn schweren Herzens, dass er seinen Arm verlieren könnte und Louis reagiert unglaublich mutig und optimistisch. „Ich nehme einfach den Fuß als Arm“, erklärt der sechsjährige Junge, obwohl er doch lieber einen Roboterarm bekommen würde. Seine Mutter wiederholt öfter: „Besser der Arm weg, dafür bleibt mein Louis da.“ Seht euch das Gespräch selbst an: https://www.youtube.com/watch?v=XsCYWEsTUjs

Am 25. Februar 2015Louis fand Louis Operation statt und dauerte 8 Stunden. Der tapfere Junge überlebte und sein Arm konnte sogar teilweise gerettet werden. Spezialisten hatten Louis Oberarm mit dem Tumor entfernt und sein Schlüsselbein mit dem gesunden Unterarm verbunden, so dass sein Arm nach der Operation 15 Zentimeter kürzer war. Nach dem Eingriff konnte Louis schon ein paar Finger bewegen und musste weitere Chemotherapien durchstehen, da während der Operation einige Krebszellen über den Blutkreislauf in seinen Organismus gelangt waren. Doch inzwischen ist der starke Louis auf dem Weg der Genesung, hat seine letzte Chemotherapie hinter sich gebracht und gewöhnt sich an seinen kurzen Arm. Lieber Louis, wir wünschen dir alles Gute und ganz viel Gesundheit zu deinem heutigen 7. Geburtstag! Bleib so mutig und tapfer, wie du bereits bist!

Gleichzeitig möchten wir einen ganz lieben Gruß an Louis kleinen, ebenso tapferen, Bruder Benni hier lassen, der monatelang immer wieder auf seine Mutter und seinen Bruder verzichten musste und hinter den Kulissen wahnsinnigen Mut bewiesen hat.

 

Moritz

Hier ist die Geschichte des kleinen Moritz aus Österreich, erzählt von seinem Vater Johannes:
„Moritz bekam am 20.08.2007, kurz nach seinem zweiten Geburtstag, die Diagnose Neuroblastom IV. Er wurde im St. Anna Kinderspital in Wien behandelt. Sofort nach Diagnosestellung folgten 8 Chemotherapieblöcke, Moritz6auf die er gut ansprach. Der Haupttumor an der linken Nebenniere schrumpfte, die zahlreichen Metastasen im Körper, darunter eine große, die hinter dem rechten Auge saß, verschwanden gänzlich, das Knochenmark war wieder frei von Krebszellen. Im Dezember 2007 folgte die Operation, bei der der Rest des Haupttumores entfernt wurde. Im Jänner (Januar) 2008 begann die Hochdosischemotherapie (Knochenmarkstransplantation mit eigenen Stammzellen), die einen einmonatigen eingeschleusten stationären Aufenthalt mit sich brachte. Diese Zeit war sehr anstrengend und kräfteraubend, da es ihm körperlich sehr schlecht ging unter dieser Therapie. Er bekam nach der Chemo seine eigenen Stammzellen refundiert, die zuvor gesammelt wurden. Nach diesem Monat intensiver Behandlung wurde Moritz mit Nasensonde zur Ernährungsunterstützung nach Hause entlassen und erholte sich langsam aber gut. Der nächste Schritt war die Bestrahlung des Bauchraumes – 3 Wochen Montag bis Freitag – jedoch unter Narkose, da er noch zu jung war, um still liegen zu bleiben. Das bedeutet jeden Tag nüchtern um Moritz48:00 Uhr im AKH Wien einzutreffen. Auch das war sehr anstrengend, konnte aber gut gemeistert werden. Im Herbst 2008 wurde Moritz in die Nachsorge entlassen, weil er aus medizinischer Sicht als „gesund“ galt. Die Chemotherapie hatte sich jedoch auf sein Gehör geschlagen, daher wurde er mit Hörgeräten beidseits versorgt. Seine Sprachentwicklung war stark verzögert bzw. konnte er sich verbal nie altersentsprechend ausdrücken. Mit Logotherapie und Frühförderung wurde versucht, ihn dabei zu unterstützen, wieder sprechen zu lernen. Im August 2009 kam plötzlich und unerwartet das erste Rezidiv. Wir dachten zuerst an einen Magen-Darm-Virus, weil er plötzlich über starke Übelkeit klagte und häufig erbrach. Ein MRT zeigte jedoch, dMoritz7ass die Metastase hinter dem rechten Auge wieder aktiv und groß war, was erhöhten Hirndruck und dadurch die Übelkeit verursachte. Noch in Narkose vom MRT wurde er vom Krankenhaus Tulln mit dem Rettungshubschrauber in das AKH Wien geflogen, wo er noch in der Nacht am Kopf notoperiert wurde – die Metastase wurde entfernt, da der Zustand schon so kritisch war. Moritz erholte sich nur langsam und schwer von diesem Eingriff. Wieder Bestrahlungen mit Narkose – diesmal im Kopfbereich – die lange und kräfteraubend waren. Es folgten wieder Chemotherapieblöcke, auch das Knochenmark zeigte wieder einen Befall von Krebszellen. Außerdem sah die Behandlung diesmal den Einsatz der Antikörpertherapie vor. Die hat er auch sehr gut vertragen, doch gegen Ende dieser Therapie – im Oktober 2010 kam überraschend das zweite Rezidiv. Erkannt wurde es wieder durch die starke Übelkeit – sonst gab es keine Anzeichen. Wieder eine Notoperation im AKH Wien, bei der an der gleichen Stelle wie beim ersten Mal die Metastase hinter dem Auge entfernt wurde. Diesmal erholte sich Moritz rasend schnell von dem Eingriff. Nur wenige Tage später durften wir nach Hause. Wieder fMoritz1olgten Bestrahlungen am Kopf – diesmal schaffte er es ohne Narkose –und eine orale Chemotherapie. Im August 2011 zeigte Moritz wieder Anzeichen von großer Übelkeit und häufiges Erbrechen. Wir wussten, was dies bedeutet – so war das dritte Rezidiv schmerzlich aber keine Überraschung mehr. Es wurde von einer Operation abgesehen, da die Metastase im Kopf an einer heiklen Stelle saß – daher wurde der Kopf nur mehr bestrahlt und weiter Medikamente gegeben. Der Tumor bildete sich hiermit fast vollständig zurück, kam aber dann im Mai 2012 mit voller Stärke wieder zurück. Es wurde noch einmal dieses Feld hochdosiert bestrahlt, weiter orale Medikamente verabreicht aber sonst keine Maßnahmen mehr von der schulmedizinischen Seite getroffen. Wir konnten Moritz jedoch mit homöopathischen Globuli und Mistelpräparaten eine relativ lange gute Zeit schenken. Der Geburtstag wurde kurzerhand von eigentlich August auf Juni vorverlegt, damit er ihn noch wie gewünscht feiern konnte, da uns als Eltern klar war, dass es sich für ihn nicht mehr ausgehen würde, diesen großen Tag zu erleben. Das letzte Monat war schwer und körperlich mit Einschränkungen für Moritz verbunden. Die letzten Tage versagte die Kontrolle der Beine – er kMoritz5onnte sie nicht mehr bewegen und auch nicht mehr auf die große und kleine Seite gehen. Das machte einen stationären Aufenthalt unabdingbar. Man versuchte dieser Einschränkung noch mit einer Bestrahlung von Kopf und Wirbelsäule entgegenzuwirken, was aber nur bedingt Hilfe brachte. Die letzten Tage krampfte er zwei Mal heftig, schlief aber sonst nur mehr ruhig, bis er dann 3 Tag vor seinem eigentlichen Geburtstag am 04.08.2012 zu atmen aufhörte und auf die andere Seite gehen konnte.“

Moritz Vater ist Administrator der Seite Gemeinsam für St. Anna – Kinderspital

 

Erik

Bis zum 10.Februar 2012 war Erik ein ganz „normales“ Kind. An diesem besagten Tag waren er und seine Familie noch Rodeln und alles war gut. Abends klagte er über Übelkeit und musste sich eerik2rbrechen. Auf dem Weg zur Toilette brach er in den Armen seiner Mama zusammen. Die herbeigerufene Notärztin stellte eine Hirnblutung fest und veranlasste den sofortigen Transport in die Uni-Klinik Magdeburg. Dort wurde nicht nur eine Hirnblutung sondern auch ein Hirntumor festgestellt. Ein Glioblastom multiform. Es brach eine Welt für die Familie zusammen. Ihr kleiner Sonnenschein, ihr kleiner Nachzügler (sie hatten schon eine Tochter, 26 Jahre und einen Sohn, 22Jahre) mit dieser Diagnose! Er konnte von einen Tag auf den anderen nichts mehr. Nach genauer Bestimmung des Tumors ergab sich auch noch der Grad 4.

Es folgte Bestrahlung und danach Chemotherapie mit Temodal.

Seit Mai 2012 waren er und seine Mama in einer Reha-Klinik. Dort sollte er alles wieder erlernen. Die ersten Kontroll-MRT-Bilder vereriksprachen auch Erfolge (Juni und August 2012). Der Tumor sprach auf die Therapien an und wurde kleiner. Erik ging es immer besser. Er lernte wieder zu sprechen und sich zu bewegen. Dann schaffte er es im Rollstuhl zu sitzen, worüber alle sehr froh waren nach den anfänglichen Prognosen. Ihnen wurde wenig (eigentlich keine) Hoffnung gemacht mit ihrem Sohn das nächste Weihnachten zu feiern.

Doch dann brachte das nächste MRT wieder eine erschreckende Nachricht mit sich. Der Tumor war wieder grösser geworden und wahrscheinlich hatte sich auch ein weiterer gebildet. Die Uni-Klinik Magdeburg setzte sich mit der Familie zusammen und die Ärzte sagten ihnen, dass aus ihrer Sicht weder eine OP (O-Ton:“bringt ja nichts, wenn wir da ein bisschen dranrumkratzen“!) noch eine Bestrahlung in Frage kam. Sie beschlossen die Chemotherapie mit erhöhter Konzentratioerik1n weiterzuführen und entließen die Familie in eine ungewisse Zukunft. Sie sollten Erik all seine Wünsche erfüllen und eventuell noch ein schönes Weihnachtsfest mit ihm verbringen. Sie gaben ihnen, wie zuvor, keine Hoffnung. Es hieß, dass es keine Alternativen mehr für Erik geben würde, sollte er diese erhöhte Chemodosis nicht vertragen. Also gründeten seine Eltern eine Facebookgruppe, über die sie versuchten Spenden für eine eventuelle Operation in den USA zu sammeln. Sie schafften es rund 70.000 € zusammen zu bringen, doch die Hilfe kam für Erik zu spät.

Am 29.01.13 ist er im Alter von nur 10 Jahren für immer eingeschlafen. Erik hat schlimmeres überwunden, als es die meisten Erwachsenen je tun mussten, und doch wurde er nicht mit dem Leben belohnt.

Vielleicht möchtet ihr auch auf der Seite seines Neffen Jannik vorbeischauen, dem kleinen Sohn Eriks Schwester Doreen. Er durfte seinen Onkel leider nie kennen lernen, hat ihm aber seinen Zweitnamen zu verdanken. Jannik Erik kämpft seinen eigenen Kampf, denn er kam mit spinaler Muskelatrophie auf die Welt.

Wir sind in Gedanken oft bei dieser bewundernswerten, starken Familie und wünschen ihnen von Herzen ein kleines bisschen Frieden.

 

Anna-Lisa

Am 20.3.2013 brach die 14-jährige Anna-Lisa plötzlich zusammen. Es war ein Schock für die ganze Familie, denn keiner wusste warum. Per Rettungshubschrauber brachte man sie sofort nach Leipzig, wo sie notoperiert wurde.
Danach die niederschmetternde Diagnose: Glioblastom Grad 4 (Hirntumor). Im Anschluss verbrachte Anna-Lisa eine lange Zeit auf der Intensivstation, die für die ganze Familie sehr hart war.
Es folgten Therapien, also Chemo und Bestrahlung. Das ganze ging bis August, als plötzlich ein Rezidiv (Rückfall) einsetzte.Lisa

Auch das überstand die Familie gemeinsam und im Anschluss absolvierte Lisa erfolgreich eine Reha, bis sie am 20. März wieder ein Rezidiv zurück warf. Die weiteren Behandlungen in Würzburg mit anschließender Immuntherapie erzielten keine Wirkung.

Am 21.11.2014 wurden bei Anna-Lisa 4 Tumore festgestellt. Dass diese inoperabel waren, zog allen endgültig den Boden unter den Füßen weg. Anna-Lisa war nicht mehr flugtaulich, deshalb entschied sich ihre Familie zusammen mit der Uni Leipzig und Iserlohn für eine Alternative zur bisherigen Therapie. Sie bekam Dauerchemo und Methadon, sowie weitere Medikamente.

Aber auch ihr wurden noch einmal die letzten Herzenswünsche von Maik Kuplich von „Teddy-Wuensche e.V.“ erfüllt. Sie durfte mit ihrer Familie die Schauspieler von „Berlin Tag und Nacht“ besuchen. Vor dem Besuch erhielt sie ein Styling, dem ein Fotoshooting mit wunderschönen Ergebnissen folgte.

Lisa hat ihren Kampf am 21.04.2015 für immer verloren. Ein wunderschöner Engel ist in den Himmel geflogen.

 

Niklas

Niklas wurde am 28. Mai 2002 – 4 Wochen vor seinem Geburtstermin – geboren. Er hatte schon als kleines Kind immer wiederkehrende gesundheitliche Probleme, von einfachen Erkältungen, über Nasennebenhöhlenentzündungen bis hin zu entzündeten Mandeln und Flüssigkeitsansammlungen hinter einem seiner Trommelfelle. Deshalb dachte sich seine Mutter nicht viel, als er mit 6 Jahren stark geschwollene Lymphknoten auf beiden Seiten des Halses hatte.
Aus diesem Grund wurden Niklas im August 2008 Lymphknoten auf der linken Halsseite entfernt und daraufhin die Diagnose Morbus Hodgkin Stadium 2a (Lymphknotenkrebs) festgestellt. Im Seniklas 4ptember wurden die befallenen Knoten der rechten Seite entfernt und zugleich Teile des umliegenden Gewebes. Die Familie musste anschließend nach Berlin um eine PET-CT durchführen zu lassen. Dort wurde festgestellt, dass einige weitere Lymphknoten Tumoraktivität zeigten. Er bekam deshalb zwei Blöcke Chemotherapie, nach der ein weiterer Scan glücklicherweise zeigte, dass die Lymphknoten nicht mehr krankhaft aktiv waren, weshalb er sich keiner Bestrahlung unterziehen musste.

Doch im Juli 2009 wurde ein IgG-Immundefekt festgestellt, zusammen mit einem IgE-Mangel. Dafür bekommt er jetzt im Moment alle 5 Tage eine subkutane Infusion mit Immunglobulinen von seiner Mama.

Niklas hatte aber auch viele schöne Erlebnisse. Von einem ganz besonderen Erlebnis möchten wir euch hier gern erzählen.

Maik Kuplich von teddy-wuensche.de konnte Niklas vom 03.– 05. Oktober 2014 seinen größten Traum erfüllen, einmal in der Allianz Arena den FC Bayern bei einem Spiel zu sehen.

Nach einer langen niklas1Autofahrt, die durch einige Staus knapp 8 Stunden gedauert hat, kam die Familie am Freitag im Hotel König Ludwig II. aus Garching bei München an. Nach dem Einchecken und einer kurzen Pause, ging es für die Familie auf das Oktoberfest, wo sie viele Eindrücke sammeln konnten.
Am Samstag war der große Tag. Vor dem Spiel ging es in die „Erlebniswelt“, wo die Familie viele Pokale und Ausstellungen des FC Bayern bestaunen konnte.
Die Aufregung von Niklas und der Familie wurde dann immer größer je näher das Spiel rückte.
Am Samstagnachmittag hieß es für sie dann, WIR SIND DABEI bei dem Spiel FC Bayern gegen Hannover 96. Da es geklappt hatte, dass Teddy auch noch gute Karten für die Familie kaufen konnte, war die Familie sehr nah am Spielfeld, so dass die Mama sogar meinte:
„Bessere Plätze hätten wir nicht haben können, wir müssen aufpassen, dass sie Niklas nicht noch als Auswechselspieler nehmen, so nah sitzen wir dran…
Einfach spitze…
Danke Maik Kupl von Teddy-Wuensche e.V.“
Dass Niklas FC Bayern bereits früh in Führung ging, war für ihn natürlich ein super schönes Erlebnis. Am Ende konnte Niklas noch weitere 3-mal jubeln, da der FCB mit 4:0 gegen Hannover 96 gewann.
Am Sonntag, bevor es wieder nach Hause ging hatte die Familie noch Zeit sich München anzusehen.
Das Fazit für Niklas kann man aus den folgenden Zeilen erkennen, denn diese hat Niklas an Teddy per Kurznachricht gesendet.

„Das Spiel war richtig cool gestern……“
„Das hat auf jeden Fall Wiederholungsbedarf ….“
„Vielen Dank ….“

 

Amélie

Amélie kam am 29. Mai 2008 zur großen Freude ihrer Mutter und ihrer älteren Schwester zu Hause zur Welt. Doch etwas stimmte leider nicht, da Amélies Zunge linkseitig und ihr linkes Auge angeschwollen waren und sie Probleme beim Trinken hatte. Der Kinderarzt und auch die Ärzte in der Onkologie nahmen dies leider nicht ernst, doch Amélie erbrach immer wieder und wurde manchmal zyanotisch (lief blau an).

Nach 6 Monaten wurde enAmelie2dlich auf das Drängen ihrer Mutter hin ein MRT gemacht, allerdings nicht ohne dass der zuständige Arzt Amélies Mutter vorwarf unverantwortlich zu sein, da sie ihre Tochter ohne ersichtlichen Grund dieser Untersuchung unterzog, für die sie eine Narkose benötigte. Doch nach dem MRT war auch der Arzt froh, dass sie die Untersuchung durchgeführt hatten, denn es wurden vier Tumore festgestellt, zwei davon waren lebensbedrohlich.

Obwohl die Tumore gutartig waren, waren sie für Amélie wegen ihrem Wachstum gefährlich und kein Arzt wollte das Mädchen in ihrem jungen Alter operieren. Amélie litt laut der Diagnose der Ärzte an einer besonders schlimmen Form der Neurofibromatose Typ I. Dies ist ein Gendefekt, durch den sich verschiedene Gewebeveränderungen und Tumore bilden können.

Es hieß, sie würde ihren ersten Geburtstag wahrscheinlich nicht mehr erlebenAmelie3 können. Erst im Februar 2009, als ein weiteres MRT zeigte, dass es noch mehr Tumore geworden waren, traute sich ein Arzt endlich Amélie zu operieren. Amélie verkraftete die Operation überraschend gut, doch die Ärzte konnten leider nicht genug von ihrem lebensbedrohlichen Rachentumor entfernen. Die Tumore waren um wichtige Nerven- und Blutbahnen für die Versorgung des Gehirns herum gewachsen, weshalb die Operation so gefährlich für Amélie war.

Nach der Operation hatte Amélie ihren Saug- und Schluckreflex verloren und erbrach nach dem Trinken und Essen immer wieder heftig, was immer wieder zu einer Aspirationen der Nahrung in die Lunge führte. Die Probleme mit der Atmung wurden zwar wieder besser, doch als Amélies Mutter im Mai 2009 mit ihr wegen ihrem schlechten Zustand ins Krankenhaus ging, schickten die Ärzte die beiden wieder nach Hause, weil sie meinten, nichts mehr für das kleine Mädchen tun zu können. Ihre Mutter sollte die restliche, gemeinsame Zeit mit ihr genießen und Amélies Todesurteil akzeptieren.

Doch Amélies Mutter beschloss um ihre Tochter zu kämpfen und suchte nach weiteren Behandlungsmöglichkeiten. Kein Arzt traute sich eine weitere Operation zu, die Professoren erschraken bei den MRT-Bildern und bei einer Kontrolluntersuchung in der Uni Tübingen bemerkte man akute Atembeschwerden mit Sättigungsabfällen bis unter 30% und auch die CO2-Werte der ausgeatmeten Luft waren katastrophal. In einem Schlaflabor stellte man bei Amélie zusätzlich ein SchlafapnAmelie1oesyndrom fest. Sie musste dringend operiert werden und ihre Polypen und Mandeln wurden entfernt, um um den Tumor herum mehr Platz zum Atmen zu schaffen. Mit einer nicht-invasiven Maskenbeatmung für den Schlaf wurde Amélie danach wieder nach Hause geschickt, wo die Wohnung bereits einer Intensivstation glich.

Obwohl Amélies Ärzte nicht daran geglaubt hatten, dass sie auch nur 1 Jahr alt werden würde, kämpfte Amélie Monat für Monat weiter – und schließlich Jahr für Jahr.

Leider kamen in den nächsten Jahren immer weitere Diagnosen hinzu, da die Tumore wuchsen, weshalb lange Krankenhausaufenthalte notwendig waren. Spezialisten an der Uni München setzen sich mit ihrem Krankheitsbild auseinander.
Amélie war unglaublich tapfer und anstatt sich zu beschweren, tröstete sie selbst ihre Familie.

Dann bekam sie ein Tracheostoma und eine invasive Beatmung wurde notwendig. Die letzten zwei Jahre wurde sie schließlich von einem Kinderpalliativteam betreut und verbrachte immer wieder Zeiten im Kinderhospiz, die für die ganze Familie sehr erholsam und emotional zugleich waren. Seit März 2014 lag Amélie – inzwischen 5 Jahre alt – nach den vielen anstrengenden Monaten im Schlaf.
Doch erst fast ein halbes Jahr später, am 29. August 2014 hatte Amélie schließlich keine Kraft mehr zum Kämpfen und verließ zu Hause in den Armen ihrer Mutter diese Welt.Amelie4

Ihre Mutter hatte ihr versprochen, dass sie gehen durfte, wenn sie keine Kraft mehr hatte, damit sie sich nicht umsonst zu lange quälte. Die kleine Püppie, die sich selbst oft „Zessin“ (von Prinzessin) genannt hatte, hatte 6 Jahre und 3 Monate lang das Leben ihrer Familie mit Sonnenschein erfüllt und war nach den Worten ihrer Mutter eine fröhliche, kleine Kampfsocke gewesen, von der man eine ganze Menge lernen konnte.

Hier steht ihre Geschichte ausführlich auf der Homepage einer ganz wundervollen Aktion namens „Aktion Lichtblick“.

 

Minchen

Hier ist die Geschichte der kleinen Jasmin, auch genannt Minchen, erzählt von ihrer Mutter Sabrina. Sabrina hat uns diese Geschichte geschickt, zusammen mit den Worten: „Ich habs geschafft, obwohl es mir sehr schwer fiel und ich kaum sehe vor Tränen“. Wir danken ihr von Herzen, dass sie Minchens Leben trotz all des Schmerzes für uns aufgeschrieben hat und wünschen der Familie alles erdenklich Gute.

„Jasmin wurde am 06.03.2012 geboren.
Am 16.05.2013 waren wir beim Kinderarzt, wegen eines Sturzes aufs Gesicht bekam sie blaue Augen, der Kinderarzt überwies sie am selben Tag ins Krankenhaus, er hatte den Verdacht, dass in Ihrem Köpfchen Blutungen seien von dem Sturz und wollte es im Krankenhaus durch ein MRT kontrollieren lassen.
Am Abend wurde dann Blut abgenommen, worauf hin der Chefarzt der Kinderklinik uns schon mitteilte das etwas nicht in Ordnung sei und wir uns auf was schlimmes vorbereiten sollten.
Am 17.05.2013 morgens gleich das MRT, über zwei Std. war sie drin, dann kam die Diagnose Neuroblastom, wir hatten auch gar nicht viel Zeit darüber nach zu denken, 10 Min nach Diagnose war schon ein Rettungswagen bereit und wir wurden nach Berlin in die Charite verlegt .Minchen
Dort angekommen begann ein 10 tägiger Untersuchungsmarathon für Mine, das Ergebnis Haupttumor im Bauch, 3 Metastasen im Kopf und Knochenmark war befallen. Im Anschluss wurde auch gleich der 1. von 8 Chemoblöcken gestartet, von da an war sie fast nur noch im Krankenhaus, Chemoblock – Fieber immer im Wechsel. Nach dem 5. Block wurde ein MRT gemacht um zu schauen wie die Chemo angesprochen hat, Ergebnis sie war komplett frei von Krebszellen, selbst der Haupttumor im Bauch war komplett weg, was bedeutete sie musste nicht zusätzlich operiert werden.

3 Tage vor ihrem 2. Geburtstag musste sie dann zur Hochdosischemo, alles verlief gut, nach 5 Wochen durfte Sie wieder nach Hause.
Dann begannen 3 wundervolle Monate, Sie blühte regelrecht auf, machte Ihre erste Schritte, konnte endlich Kind sein .
Dann starteten vom 09.06 -16.06.2014 die Voruntersuchungen für eine Antikörpertherapie in Greifswald, sämtliche Untersuchungen ergaben keinerlei Krebszellen / keine Metastasen nichts. Am 17.06 2014 fuhren wir nach Hause um noch einmal eine Woche durch zu atmen für die Therapie. 4 Tage zu Hause – Jasmin fing an weinerlich zu werden, sie musste sich ständig übergeben, sie verweigerte Essen und Trinken, klagte immerzu sie hätte Aua
Zwei Wochen vergingen, alle 2 Tage zur Tagesklink (Charite) mit dem Verdacht der Ärzte Sie hätte einen Magen-Darm-Infekt.
Am 3.07.2014 bestanden wir dann darauf das die Charite sie aufnimmt um sie komplett zu untersuchen, am Abend wurde ein MRT gemacht und er war wieder da, in Ihrem Köpfchen waren wieder 3 Metastasen, am 4.07.2014 startete ein 10 tägiger Chemoblock, von dem Sie sich nicht mehr erholte. Trotz Stammzellenspende vom Papa schloss sie am 17.08.2014 für immer die Augen und reiste zu den Engeln.“

 

Tilltill1

Till ist ein 3-jähriger Junge, bei dem im Alter von knapp zwei Jahren beidseitiger Augenkrebs diagnostiziert wurde. Seitdem kämpft der Kleine um sein Leben und ist dabei stärker als die meisten Menschen, die wir kennen. Egal, was ihm das Leben in den Weg wirft, nichts kann ihm sein Lachen stehlen.

Seine Geschichte wird in diesem berührenden Video erzählt, dass seine Familie erstellt hat: https://www.youtube.com/watch?v=Xuf8Gp02bCA&feature=youtu.be

 

Ein Gedanke zu „Geschichten krebskranker Kinder

  1. Macht mich so was von Traurig
    Mögen all diese kleinen im Himmel eine schöne Zeit haben und die Erdenkinder wieder Gesund werden !

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